Willkommen bei der Hospiz-Hilfe Meppen e.V.

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Lebensgedanken

Hinhören auf das, was gesagt wird und das, was unausgesprochen bleibt.
Hinsehen auf das, was verletzt oder gebrochen ist

und die Sicht verstellt auf Gelungenes, Heilsames.
Hinhalten – die Hand, das Wort.

Aushalten – das gemeinsame Schweigen, die Ohnmacht.

Halten, gerade dann, wenn nichts anderes mehr hält.

 

Auf diese Weise einem Sterbenden oder Trauernden zu antworten meint, ver-antwortlich zu sein. Und: Mit ihm der Sehnsucht mehr zu trauen als der Verzweiflung. So sagt es der renommierte, hospizlich engagierte Märchenerzähler Heinrich Dickerhoff in seiner Widmung an die Hospizarbeit, wenn er von der Grundbotschaft der Märchen spricht, beispielsweise im Märchen„ Vom Glück des Tagelöhners“.

 

Die Sehnsucht nach Leben ist es, von der Sterbende und Trauernde sprechen, wenn sie die Geschichte ihrer eigenen Biographie erzählen. Wie in uralten Märchen geht es dabei nicht darum, eine heile Welt zu beanspruchen. Märchen wie Menschen in Grenzsituationen ihrer Existenz „leugnen nicht, dass das Leben oft zum Verzweifeln ist, aber sie erzählen von unseren großen Wünschen, von unserer Sehnsucht nach einer heilbaren Welt und einem geheilten Leben, und sie trauen dieser Sehnsucht, wenn sie erzählen, dass auf dem langen Weg aus der Ver-Wünschung das Wunder der Verwandlung möglich ist.“ (Dickerhoff, Heinrich: Märchen im Hospiz. Erdenkinder - Weisenkinder - Königskinder. Wuppertal 2007, der hospizverlag, S. 112.)

 

Die Kraft der Verwandlung ist die Liebe. Jemandem in Liebe zu begegnen aber heißt, ihm zu sagen: „Du wirst in Ewigkeit nicht sterben.“ (Gabriel Marcel)

 

Dr. Carmen Breuckmann-Giertz

Pantomimisches Theaterstück "Das Leben - eine lebendige Begegnung mit dem Tod" von und mit Christoph Gilsbach am 08.03.2019 in der Propsteikirche St. Vitus in Meppen

Marcel Marceau, 1923 geboren und Sohn eines jüdischen Metzgers in Straßburg, schloss sich 1942 der Bewegung Résistance an, dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten und damit gegen Gewalt, Krieg und Tod. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges schlüpfte er unter anderem in die Rolle des Clowns Bip und tourte damit in pantomimischer Theatergruppe um die Welt – schweigend, viel-sagend und immer wieder im Widerstand gegen die Absage an das Leben.

 

In Marcel Marceau hat Christoph Gilsbach, Pantomime-Künstler und hospizlicher Gast der Hospiz-Hilfe Meppen in einer voll besetzten Propstei-Kirche, eines seiner großen Vorbilder. Über Marceau sagt Christoph Gilsbach: „Er hat kein Wort gesagt und doch so wunderbare Geschichten erzählt.“

Ist das vorstellbar? Da spricht jemand kein Wort und erzählt doch wunderbare Ge-schichten?

Ist das nicht ein Widerspruch? Vielleicht im ersten Moment.

Im zweiten aber erzählt diese Erfahrung von mindestens zweierlei: 

Da ist einer, der vielleicht keine Worte mehr finden kann, vielleicht des Sprechens müde oder vom Leben sprachlos gemacht, vielleicht erkrankt, vielleicht sterbend. Und doch hat er noch eine Menge zu sagen. Und findet den Mut, einen anderen, neuen Weg zu wählen, sich zu verständigen. Und er beginnt, seine Geschichte vom Leben zu erzählen.

Und da ist einer, der sich auf diesen anderen, neuen, verwandelten Weg der Sprache einlässt, weil er zuhört – weil er die Stille mit ihren Gesten, Symbolen und den vielsagenden Augen seines Gegenübers zulässt. Wie tröstlich. Wie befreiend. Wie verwandelnd.

Vielleicht wird genau in diesen scheinbar widersprüchlichen Erfahrungen die ver-wandelnde Kraft dieses Abends liegen. Eine besondere Stille wird von pantomi-mischer Kunst verwandelt und erzählt im Widerstand gegen jede Absage an das Leben stattdessen von dessen Strahlkraft, Verletzlichkeit und Stärke bis zum letz-ten Atemzug. Anrührend, nachdenklich, vielsagend in einer wortlosen Darstellung, tröstlich – und in jedem Falle verwandelnd.

Eben wie das Leben, wenn wir es ernst nehmen, angesichts des Todes.

 

Als Christoph Gilsbach nach diesen einleitenden Gedanken der Vorsitzenden der Hospiz-Hilfe Meppen e.V., Dr. Carmen Breuckmann-Giertz, die Bühne betritt, wird es mucksmäuschenstill in dem Kirchenschiff. Mit Mimik, Gestik und klarer Bewe-gungskontur führt er durch ein ganzes Leben mit all seinen Facetten. Er erzählt die Geschichte eines Menschen: Von „Vergänglichkeit“ – „Kindheit“ – „Jung und schön“ – „Heldentum“ – „Dem Höhepunkt des Erfolges“ – „Unzufriedenheit“ – „Klammern an den Alltag“ – „Abschied und Loslassen“ – „Dem Narren“ – „Der Weisheit“.

 

Von Anfang an mit auf der Bühne: Der Tod. Zunächst schenkt ihm der Mensch im Durchgang durch sein Leben keine Beachtung, schwebt stattdessen leichtfüßig dahin, pflückt Früchte vom Baum wie es Kinder eben tun und genießt sie mit jugendlicher Leichtigkeit. Dieser Mensch ist mal der Junge und Schöne, mal der Erfolgreiche, hier und da mit einer gewissen Arroganz und leichten Überheblichkeit. Doch der Abstand zum „Bruder Tod“ wird – fast unmerklich – immer geringer. Schließlich streitet der Mensch mit ihm, lehnt sich gegen ihn auf, ist unendlich traurig, ihm nicht ausweichen zu können, sich ihm ergeben zu müssen. Dann am Ende dieser bewegenden Darstellung doch Worte. Gesungene Worte aus dem Off:  “What a wonderful world“ von Louis Amstrong. Die Geschichte hat ein Happyend. Annahme, Zufriedenheit, Dankbarkeit. 

 

Neujahrsfrühstück 2019

Auch in diesem Jahr war der große Saal des Gemeindehauses St. Vitus wieder eine Stätte der Begegnung für alle, deren Herzen für die Hospizarbeit Meppens schlagen.

 

Die stellvertretende Vorsitzende der Hospiz-Hilfe Meppen e.V., Marina Hülsebus, würdigte in ihren Begrüßungsworten die Arbeit aller Meppener Ehrenamtlichen,

die sich auch im Jahr 2018 wieder mit Leidenschaft, Ruhe und Zeit für das Leben der Sterbenden und Trauernden unserer Stadt und Region engagiert haben. Allen gelte der ganz besondere Dank des gesamten Vorstandes.

 

Auch Neuigkeiten aus dem Geschehen des Meppener Hospiz-Vereins wurden verkündet. So kann künftig ab 2019 die Lücke im Netzwerk der Kindersterbe-begleitung geschlossen werden, indem der Verein durch eine Kooperation mit

dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke zwei unserer Begleiterinnen zu Kinder-sterbebegleiterinnen ausbilden lassen kann. In diesem Netzwerk mit Syke und

den umliegenden Hospizvereinen sollen möglichst alle anfragenden Familien zukünftig zu Hause bestmöglich versorgt werden können.

 

 

In Vorfreude auf ein neues hospizliches Jahr, das wir gemeinsam und mit Zuver-sicht anpacken wollen, klang der gelungene Neujahrsauftakt aus.

Goldmedaille für Antonia Gruber, Gründerin der Hospiz-Hilfe Meppen e.V.

Im Rahmen eines Festaktes im Meppener Rathaus überreichte Bürgermeister Helmut Knurbein der Gründerin der Hospiz-Hilfe Meppen e.V., Antonia Gruber,

die erste Ehrenmedaille der Stadt für ihr großes Engagement in der Hospizarbeit.

Das kann Hospizarbeit

Die aktuelle Diskussion um Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid zeigt, dass es nach wie vor Informations- und Aufklärungsbedarf zum Thema Hospiz- und Palliativarbeit gibt. Der DHPV hatte deshalb zum Welthospiztag einen Film angekündigt, der die wichtigsten dieser Fragen beantworten möchte: Welche Angebote gibt es? Was können hospizliche Begleitung und palliative Versorgung leisten, wo können sie helfen? Wer ist Ansprechpartner für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen, wer engagiert sich für sie? Was macht eigentlich die Koordinatorin eines ambulanten Hospizdienstes, wann helfen die Palliativmediziner und die spezialisierte Pflegefachkraft? Vor allem: Welche tragende Rolle spielen die vielen tausend Ehrenamtlichen? Und nicht zuletzt: Wo finde ich Hilfe, Unterstützung und Antworten auf die vielen Fragen, die sich bei schwerer Krankheit und am Lebensende ergeben? Der animierte Erklärfilm will einen Überblick geben und einladen, sich bei Bedarf vertrauensvoll an den Hospiz- und Palliativdienst in der Nähe zu wenden.

 

Dieser Film ist nun fertiggestellt

und kann durch Klicken auf diesen

Link angeschaut werden:

 

Erklärfilm Hospizarbeit

Was verbirgt sich hinter Hospizarbeit? - Schüler aus Großburgwedel gehen auf Spurensuche