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Samstag, 04. September 2010

Die Hospizidee

Die Menschen in den Industrieländern haben verlernt, mit Sterbenden zu leben. Viel zu oft werden diese in anonyme Institutionen abgeschoben, wo sie der schwersten Krise in ihrem Leben ohne menschlichen Beistand ausgelietert sind.

Aus den gemachten Erhebungen weiß man, dass über 90 Prozent der Menschen zu Hause sterben wollen, aber nur einem Zehntel von ihnen wird dieser Wunsch erfüllt, alle anderen sterben in Kliniken und Heimen. Diese Diskrepanz hat schon vor etlichen Jahren zu einer Diskussion über das Recht eines würdevollen Sterbens geführt.

Viele ehrenamtlichen Hospizinitiativen sind mittlerweile registriert, die einen ambulanten Sterbebeistand leisten. Eine davon ist die Hospiz-Hilfe Meppen die Hilfe und Begleitung in der letzten Lebensphase anbietet und wahrnimmt. Die Hospizbewegung, eng verbunden mit dem Namen der englischen Ärztin Ciclely Saunders,setzt sich dafür ein, das Sterben als einen natürlichen Vorgang und Teil des Lebens verständlich zu machen. Sie möchte dazu beitragen, dass bis zuletzt würdevolles Leben möglich ist.

Aufgrund der vielen Beobachtungen und Erfahrungen wissen die engagierten Helfer im Hospiz vom Wunsch der Menschen, ihre letzte Lebenszeit in vertrauter Umgebung zu verbringen, umsorgt von Angehörigen und Freunden. Die Hospizbewegung möchte daher dazu beitragen, den Sterbenden ein Gefühl von Geborgenheit zu geben, damit sie ihren ganz persönlichen Weg gehen können.

Unabhängig von ihrer Konfession, ihrer Nationalität, von ihrer Weltanschauung und von der Art ihrer Erkrankung werden sie in der letzten Lebensphase begleitet. Man kommt bei Wunsch nach Hause, ins Krankenhaus oder aber ins Alten- und Pflegeheim. Den Betroffenen zu ermöglichen, in Würde und möglichst schmerzarm zu sterben, ist daher das vornehmliche Bemühen der Hospizmitglieder.

Dazu gehören nach eigenem Verständnis die persönliche Zuwendung, was bedeutet, Zeit zu nehmen, zuzuhören, miteinander zu sprechen, miteinander zu schweigen, für sie da zu sein. Dazu gehören zudem die Unterstützung und Entlastung von Angehörigen und Freunden, die enge Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Pflegeheimen, Sozialstationen, ambulanten Diensten, Ärzten und Seelsorgern, und schließlich auch die Hilfe beim Abschiednehmen sowie die Begleitung in der Zeit der Trauer. Die Hospiz-Hilfe Meppen e.V. möchte damit dem Erkrankten und seinen Angehörigen ein hohes Maß an Lebensqualität sichern.

Palliativmedizin

Der Begriff Palliativ kommt aus dem Lateinischen "Pallium".  "Palliare" bedeutet so etwas wie fürsorglich sein. Palliativmedizin bezieht sich auf eine Form der lindernden Pflege. Patienten mit unheilbarer Erkrankung wird in der letzten Lebensphase eine auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtete Behandlung und Betreuung geboten.

Palliativmedizin wird im Akutfall angeboten, es steht also die medizinische Versorgung im Vordergrund. Palliativmedizin ist die aktive Gesamtbehandlung von Kranken, deren Leiden auf kurative Behandlung nicht anspricht. Kontrolle von Schmerzen, von anderen Symptomen, sowie von psychischen, sozialen und spirituellen Problemen ist von entscheidender Bedeutung.

Das Ziel der palliativen Behandlung ist es, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und deren Angehörige zu erreichen", so definiert die Weltgesundheitsorganisation Palliativmedizin. In der Hospizarbeit spielt die Palliativmedizin eine wichtige Rolle, weil sie Menschen eine würdiges Sterben ermöglichen kann.